April

Rabenvögel - Gaukler der Lüfte

Bild: Kolkrabe von Alexas

Zu den Rabenvögeln zählen zahlreiche Gattungen und Arten, darunter Häher, Elstern, Krähen und Raben.

Schon seit Urzeiten haben Rabenvögel die Fantasie der Menschen in der ganzen Welt beflügelt: Je nach Kultur wurden sie verehrt oder gefürchtet. 

 

Raben und Krähen gehören zu der Familie der Rabenvögel. Die größeren Vertreter werden als 'Raben', die kleineren als 'Krähen' bezeichnet.

 

Zu den Raben zählt in Deutschland der Kolkrabe und zu den Krähen z. B. die Aas-, Raben-, Saat- und Nebelkrähe sowie die Dohle.

Weitere Vertreter wie die Elster, der Tannenhäher und der Eichelhäher zählen ebenfalls zu dieser Familie. Und trotz ihres eigenen Rufes der sich eher wie ein 'rak, rak, rak' oder 'kra, kra, kra' anhört, zählen sie zu den Singvögeln!

 


Der Kolkrabe

Der größte aller Rabenvögel ist der Kolkrabe. Ein prächtiges Tier mit schwarzem Gefiedert welches in der Sonne bläulich schimmert. Ein wahrer Akrobat der Lüfte. Seine Flugkünste entfalten sich gerade während der Balz. Von beeindruckenden Pirouetten bis sturzflugartigen Einlagen, der Kolkrabe bewegt sich trotz seiner beachtlichen Flügelspannweite von bis zu 1,40 m und einer Größe von über 60 cm spielerisch in seinem Element. Seine Größe überragt sogar die eines Mäusebussards. Und hat er erst einmal mit seinen Flugkünsten Erfolg, so bleibt sich das Pärchen ein Leben lang treu. Und bei über 30 Jahre Lebenserwartung, ist das auch in der Tierwelt beachtlich. In Gefangenschaft hält ein 90-jähriger Kolkrabe einen wahren 'Lebenszeit-Rekord'.

 

Aber nicht nur seine Flugkünste sind beeindruckend, auch seine 'Sprache' lässt darauf schließen, dass der Kolkrabe ein sehr intelligentes Tier ist. Er spricht quasi von Region zu Region seinen eigenen Dialekt. Je nachdem wo er geboren wurde, ob an der See oder im Gebirge, spricht er eine andere Sprache. Hinzu kommt noch dass er ein Könner ist, wenn es um das Imitieren anderer Vögel oder Geräusche geht. So ahmt er gerne einen Waldkauz nach aber es gab auch schon Tiere, die das Knattern eines Oldtimers oder das Grunzen eines Wildschweines in ihr Repertoire aufnahmen. Der Rabe muss das Geräusch nur oft genug hören.

 

Mensch und Rabe

Die menschliche Sichtweise auf Rabenvögel war stets ambivalent. Einerseits waren viele Arten in der menschlichen Umgebung präsent. Ihre Rolle im menschlichen Leben war aber zu keiner Zeit so zentral wie z. B. die von Nutztieren oder Fressfeinden. Rabenvögel wurden nie domestiziert wie Hühner oder Gänse. 

Allerdings wurden Rabenvögel in vielen Kulturen als Omentiere angesehen. Der Kolkrabe etwa galt in der Mythologie des alten Roms als wichtigster Vogel. Als 'Unheilsboten' galten Rabenvögel vor allem wegen ihrer Affinität, Aas zu fressen und oftmals massenhaft aufzutreten. Gerade in kriegerischen Zeiten, als auf den Feldern nach Ende der Schlachten Leichen lagen, kamen Raben zum Einsatz. Durch ihr vermehrtes Auftreten bei Hinrichtungsstätten, galten Sie naturgemäß auch als 'Unglückshäher'. Aber gerade im Mittelalter hießen die Menschen die Tiere willkommen. Sie 'säuberten' durch ihre Vorliebe für Aas die Gassen und Straßen von allerlei 'Schlechtem'.

Heute haben Rabenvögel wieder ihren Platz in unserer Gesellschaft gefunden und auch der Größte ihrer Art, der Kolkrabe, fühlt sich auch im Kraichgau wieder wohl.

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