August

Hirschkäfer im Kraichgau

Alle Bilder wurden von Walter Batzler www.wunderbares-kraichtal.de zur Verfügung gestellt.

Den sehr selten gewordene Hirschkäfer kennt jedes Kind doch kaum jemand bekommt ihn zu Gesicht. Das liegt daran, dass der Hirschkäfer sich besonders gerne vom Saft der Eichen und von faulenden Ästen ernährt. Doch diese sind in unseren Wäldern kaum noch zu finden. Somit steht der Hirschkäfer auf der 'Roten Liste der gefährdeten Arten'.

 

Obwohl der männliche Hirschkäfer mit seinem ausgeprägten Oberkiefer bedrohlich wirkt, ist er völlig harmlos. Das Hirschkäfermännchen möchte mit seiner Geweihzange seine Rivalen vertreiben und diese vom Platz verstoßen. Dabei gilt es nur herauszufinden, wer der Stärkere ist und sich mit den Weibchen paaren darf.

 

Nach der Paarung suchen die Weibchen nach einem geeigneten Ablageplatz für ihre Eier. Dabei ist morsches Holz von besonderer Bedeutung. Abgestorbene oder absterbende Bäume oder im Boden liegende Stammstücke werden bevorzugt. Die kleinen Käferlarven zerkleinern das morsche Holz dann über Jahre zu Mulm. Da das Holz wenig nährstoffreich ist, kann dieser Prozess zwischen drei und acht Jahre andauern, bis der fertige Käfer schlüpfen kann. 

 

Der ausgeschlüpfte Käfer hat eine Lebenserwarten von ein paar Wochen. Von Anfang Juni bis etwa Mitte August hat man mit viel Glück die Gelegenheit, bei Anbruch der Dunkelheit die brummenden Flugobjekte zu sehen. Da der Käfer relativ schwer ist und sein Geweih wenig fluggeeignet, sieht der Flug des Hirschkäfers nicht besonders elegant aus. Für den anstrengenden Flug benötigt der Käfer viel Eichenzucker. Dieser wiederum wird oftmals von Bakterien besiedelt die den Zucker zu Alkohol vergären. Deshalb taumelt so mancher Hirschkäfer durch die Lüfte und fällt leicht betrunken zu Boden.

 

Nach der Paarung ist seine Zeit verstrichen und viele Käfer sterben etwa zeitgleich an den Tummelplätzen der Paarungen. Deshalb findet so mancher Spaziergänger einen wahren 'Hirschkäfer-Friedhof' im Wald. 

 

 


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